Für manche Tapeten wird vor dem Tapezieren deutlich öfter eine Probe bestellt als für andere, und manche werden meist direkt vom Bildschirm weg gekauft. Die Bestellungen eines ganzen Jahres zeigen eine klare Zweiteilung. Materialoptiken und Mustertapeten haben an den Proben einen weit größeren Anteil als an den Käufen, während Städte, Landkarten und verspielte Motive am ehesten auf den ersten Blick gekauft werden. Den Unterschied macht, was ein Bildschirm zeigen kann und was nicht.
Materialoptiken führen die Probenliste an
Leinen- und Textiloptiken werden viermal so oft als Probe bestellt, wie es ihr Anteil an den Käufen erwarten ließe. Bei Putz-, Stein- und Metalloptiken ist es zwei- bis zweieinhalbmal so oft. Das Bild ist nun schon zwei Jahre in Folge dasselbe.
Das leuchtet ein. Eine Materialoptik hat kein Motiv, in das du dich verlieben könntest. Du kaufst Farbton und Struktur, und genau die bügelt ein Bildschirm glatt. Ein warmer Putz kann abends im Lampenlicht ins Rosa kippen, und ein grauer Stein kann neben einem kühlen Boden fast blau wirken. Unter den Putzoptiken wird keine so oft als Probe bestellt wie Aged Texture, ein rustikaler Putz in warmen Brauntönen. Bei den Leinenoptiken ist es Mottled Linen Effect, Beige.
Die meisten Materialoptiken sind Fototapeten, die Probe zeigt also eine verkleinerte Version des gesamten Motivs. Nutze sie, um Farbton und Wirkung zu beurteilen. Ob Äderung oder Pinselstriche die richtige Größe haben, siehst du in der Vorschau, sobald du deine Wandmaße eingibst.
Mustertapeten wollen erst ausprobiert werden
Mustertapeten werden mehr als doppelt so oft als Probe bestellt, wie es ihr Anteil an den Käufen erwarten ließe. Bei einem Muster dreht sich alles um die Größe. Ein Motiv, das am Bildschirm zart wirkt, kann auf vier Wänden unruhig werden, und umgekehrt.
Die Probe einer Mustertapete zeigt das Design in Originalgröße, und das macht sie zur nützlichsten Probe überhaupt. Kleb sie mit etwas Klebeband an die Wand, geh ein paar Schritte zurück bis zur Tür und schau, ob der Rapport als sanfte Struktur wirkt oder als unruhiges Bild. Keine Mustertapete wird bei uns so oft als Probe bestellt wie Magnolia Season, ein zartes Magnolienmuster in Puderblau.
Klassische Dessins und Liniendesigns liegen im Mittelfeld
Klassische Dessins wie Chintz werden etwa anderthalbmal so oft als Probe bestellt, wie es ihr Anteil an den Käufen erwarten ließe, geometrische Liniendesigns etwa doppelt so oft. Bei beiden kommt es auf Details an, die du am Bildschirm leicht falsch einschätzt. Beim klassischen Dessin ist es der genaue Farbton des Hintergrunds. Beim geometrischen Design ist es die Linienstärke, und die entscheidet, ob die Wand klar oder unruhig wirkt. In ihren Gruppen am häufigsten als Probe bestellt werden Vintage Peonies und Fresco Home.
